4 goldene Regeln, damit am Ende des Monats noch Geld übrig bleibt

Wer hat es nicht schon mal erlebt? Es ist Mitte des Monats und gerade eben war doch noch das Monatsgehalt da und jetzt steht das Girokonto plötzlich im Minus. Zinsen auf diesen „Kredit“, den dir die Bank gewährt, werden fällig. Nicht selten lassen sich Banken das mit Zinssätzen von über 15% vergüten. Entweder du gleichst dein Konto also schnell mit dem Ersparten von einem anderen Konto aus oder du beißt die Zähne zusammen und versuchst bis zum nächsten Gehalt möglichst wenig auszugeben. Schwierig, wenn man doch am nächsten Wochenende noch mit Freunden weggehen wollte. Und da waren doch auch noch die schicken Schuhe, die man letztens im Schaufenster gesehen hat…
Es ist blöd, wenn man in eine solche Situation gerät und sie zum Teil jeden Monat aufs Neue erlebt. Und wir reden hier nicht von Einzelschicksalen: Jeder fünfte Deutsche überzieht sein Konto. Unschön und unserer Meinung nach auch unnötig, wenn man ein paar einfache Grundregeln befolgt:

Regel #1: Bezahle nur das, was Du auch brauchst

Was sind eure Fixkosten? D.h. was müsst ihr wirklich jeden Monat bezahlen, um zu „überleben“? Dazu gehören meist Miete, Strom & Heizung, Telefon, Lebensmittel, Benzin/Bahntickets und Versicherungen. Überschlagt die Beträge, die ihr jeden Monat dafür bezahlt und summiert sie. Das sind eure Fixkosten. Diese sollten im besten Fall nicht deutlich über der Hälfte eures Monatsgehaltes liegen.
Was sind deine variablen Kosten? Spotify-Abo, Fitnessstudio, Vereinsmitgliedschaften und Co. gehören zu den variablen Kosten, aber auch Essen gehen, Kinobesuche und andere Freizeitaktivitäten gehören dazu. Zwar fällt es uns immer wieder schwer, uns von liebgewonnenen Gewohnheiten zu trennen, aber auch hier solltet ihr euch die Frage stellen: Brauche ich wirklich Amazon Prime UND Netflix? Wie häufig gehe ich ins Fitnessstudio und könnte ich mich nicht auch einem Sport-/Lauf-Meetup anschließen, um fit zu bleiben? In den meisten Fällen kann man hier bares Geld sparen, wenn man sich fragt: „Wie viel ist mir diese Mitgliedschaft, dieses Abo oder diese Aktivität wert?“ Wenn dein persönlich eingeschätzter Wert dann deutlich unter dem Wert liegt, den du monatlich dafür tatsächlich zahlst, solltest du dich fragen, ob du dich hiervon nicht trennen und bares Geld sparen kannst.

Regel #2: Reduziere unnötig hohe Ausgaben

Schnell ist es passiert: Das 3-monatige Gratisabo der Tageszeitung ist zum teuren Bezahlabo geworden, bevor man rechtzeitig gekündigt hat. Die günstige Stromtarif, den man vor anderthalb Jahren ausgesucht hat, ist mittlerweile alles andere als günstig. Und wann hat sich eigentlich mein Finanzberater das letzte Mal gemeldet und meine Verträge überprüft? Aus reiner Bequemlichkeit nehmen wir häufig in Kauf, dass uns für Dienstleistungen zu viel Geld abgeknöpft wird. Lockvogelangebote führen uns in die Versuchung Verträge abzuschließen, die sich im Laufe der Zeit als echte Geldmaschinen für die Dienstleister entwickeln, weil die anfänglich günstigen Konditionen nur für wenige Monate gelten, bevor dann die teuren Gebühren anfallen. Das lässt sich verhindern, indem ihr euch jedes Jahr einen fixen Termin in euren Kalender eintragt, um alle eure Verträge zu prüfen. Es gibt auch bereits einige gute Vertragsmanagement-Apps, die euch helfen hier den Überblick zu behalten und Kosten zu sparen. Es kostet euch am Ende einen Tag im Jahr, aber für die Kosten, die ihr pro Jahr dadurch spart, könnt ihr euch wahrscheinlich mehrere Tage Urlaub leisten.

Regel #3: Setze Dir Grenzen

Ihr habt die ersten 2 Ratschläge befolgt und trotzdem bleibt am Ende des Monats wenig übrig? Ihr habt für euch definiert, was ihr nicht mehr braucht und worauf ihr nicht verzichten wollte? Außerdem habt ihr fleißig Verträge geprüft und Kosten gespart? Super, jetzt geht es nämlich ans Budgetieren. Verständlicherweise wollt ihr z.B. nicht auf das Feiern gehen mit Freunden oder Essen gehen mit eurem Partner verzichten. Auch Urlaub zu machen ist etwas großartiges. Um auch hier eure Finanzen im Blick zu haben, solltet ihr euch aber BEVOR ihr euer Geld ausgebt fragen, wie viel Budget ihr euch dafür setzen wollt. Wenn ihr euch kein Budget setzt, merkt ihr plötzlich am Tag nach der Feier, dass die € 100, die ihr gestern noch vom Geldautomaten abgehoben habt, plötzlich auf € 7,50 geschrumpft sind. Oder ihr kommt aus dem Urlaub wieder und das erste was ihr macht, ist Geld von eurem Tagesgeldkonto auf euer überzogenes Girokonto zu überweisen. Uups, wie konnte das passieren?

Das könnt ihr besser im Griff haben, wenn ihr vorher definiert, wie viel ihr maximal für die Feier oder euren Urlaub ausgeben wollt. Dein 2-wöchiger Urlaub soll maximal € 2000 kosten? Kein Problem, mache einfach folgendes:

  1. Ziehe zuerst alle Kosten ab, die du für den Transport zum und innerhalb deines Urlaubsziel und für Unterkünfte während deines Aufenthaltes benötigst.
  2. Teile dann den restlichen Betrag durch die Anzahl der Urlaubstage.
  3. Von diesem Betrag ziehst du nun die täglichen Kosten, die du für Essen voraussichtlich benötigen wirst.
  4. Mit dem Betrag, der dann übrig bleibt, musst du alle anderen Ausgaben decken können. Reicht nicht? Dann solltest du dich fragen, ob du nicht auf einige der geplanten Aktivitäten verzichtest oder ob es keine günstigere Urlaubsalternative gibt, mit der du dein Budget nicht sprengst.

Auch hier gibt es verschiedene Apps wie YNAB, die dir dabei helfen, deine Budgets im Griff zu behalten und damit dafür zu sorgen, dass dir am Ende des Monats Geld übrig bleibt.

Regel #4: Passe Dein Gehalt Deinen Ausgaben an und nicht andersherum

Du hast die gewünschte Gehaltserhöhung bekommen? Oder einen neuen Job mit mehr Gehalt? Glückwunsch, freut uns für dich! Aber bevor du losziehst und dein neu gewonnenen Überschuss direkt ausgibst, solltest du dich fragen: „Brauche ich das in meinem Leben wirklich?“.

Klar, das Smartphone ist vielleicht schon wieder 2 Jahre alt, diese tolle Outdoorjacke, die du letztens beim Globetrotter gesehen hast, würde an dir sicher fantastisch aussehen und du könntest auch jetzt häufiger auswärts essen gehen. Aber macht dich das so viel glücklicher als jetzt? Was spricht dagegen, dass überschüssige Geld ganz altmodisch zu sparen und dafür dann z.B. ohne Sorgen in Rente zu gehen und zu verreisen? Oder vielleicht sogar früher aufhören zu arbeiten, weil du dir aus deinem Ersparten ein monatliches Gehalt zahlen kannst, mit dem du auskommst?
Viele Menschen setzen sich unnötig unter beruflichem Erfolgsdruck und Stress, weil sie ihre Ausgaben ihrem Einkommen anpassen und nicht andersherum. Und wird man dadurch glücklicher?

Befolge die 4 goldenen Regeln und du wirst sehen, wie leicht du Deine Ausgaben im Griff hast und wie Dir am Ende des Monats noch Geld übrig bleibt, das Du z.B. für Deine Altersvorsorge sparen kannst.

Du willst mehr hilfreiche Tipps und deine Finanzen noch besser im Griff haben? Dann melde dich hier für unseren Newsletter an: www.finplicity.de/